1. Hauptnavigation
  2. Navigation des Hauptbereiches
  3. Inhalt der Seite
Logo Internationale Bachakademie Stuttgart

Programm 2011

Mittwoch | 17. August 2011

19:00 | Theaterhaus T1 | Auftaktkonzert | African Tales 1

Abdoulaye Diabaté (Foto: Paul Joseph Brown)

Der schweizerische, in New York lebende Komponist und Saxophonist Daniel Schnyder ist in vielen Welten zuhause: Alte, Neue, klassische und ethnische Musik, Crossover und Jazz; er verbindet in seinem eigenen Schaffen die Stile zu einer »Musik der Integration«. Zum Auftakt des Musikfestes wird Händels Wassermusik von Schnyder gewissermaßen unter die eigene Lupe genommen. Das International Regions Symphony Orchestra, das seinen Sitz in der Landesakademie Ochsenhausen hat, versammelt rund hundert hochbegabte Musiker im Alter zwischen 16–25 Jahren aus der ganzen Welt. Es ist das einzige internationale Jugendorchester in Deutschland.

Samstag | 27. August 2011

19:00 | Beethoven-Saal | Eröffnungskonzert I | Ahab 2

Sebastian Weigle (Foto: Hauth)

Ahab – das ist der Kapitän aus Hermann Melvilles Moby Dick, der zur See besessen Jagd auf jenen Weißen Wal macht, der ihm einst ein Bein abriss. Ahab, das ist aber auch der historische König des Nordreiches Israel, der im Buch der Könige der Gegenspieler des Propheten Elias ist. Im Moby Dick wiederum trägt ein Wahnsinniger (oder Seher?) den Namen Elijah; er warnt Ahab vor dem schlimmen Ende seiner Expedition. So sind die Geschichten von Ahab und Elias, aber auch der Bibel und des Moby Dick, eng miteinander verwoben. Sie prägen das Eröffnungswochenende des Musikfests. Produzent Martin Mühleis und Komponist Libor Šíma haben aus Melvilles Roman ein packendes Melodram über Rache und Versöhnung geschaffen.

Sonntag | 28. August 2011

10:00 | Stiftskirche | Eröffnungsgottesdienst 3

Junger Chor der Bachakademie (Foto: Holger Schneider)

»Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren ... die des Herrn Werke erfahren haben und seine Wunder im Meer, wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhub ... und sie zum Herrn schrieen in ihrer Not ... und er sie zu Lande brachte nach ihrem Wunsch: die sollen dem Herrn danken um seine Güte und um seine Wunder.« Mit dem 107. Psalm sind wir mittendrin im Musikfest-Thema. Liest man ihn zusammen mit dem 42. Psalm »Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet Gott, meine Seele zu dir!«, dann ergibt sich das Bild des nährenden und rettenden Gottes.

12:00 | Staatsgalerie | Komm, Israel, zum Schilfmeer | Führung 4

Hans Holbein der Ältere: Die Graue Passion

Das Urelement Wasser befruchtete schon immer die Kunst. Der Blick auf das Fließende, seine erhabene Gewalt und seine Bedeutung als Ort der Transgression in einen anderen Zustand des Seins war für Künstler aller Zeiten eine Herausforderung. In der Kunst des Mittelalters zeigt sich das Wasser in immer neuen Bedeutungen, sei es bei der Erschaffung der Welt, dem Durchzug durch das Schilfmeer, dem Bad der Bathseba oder der Handwaschung des Pilatus. In der ersten von insgesamt vier Führungen durch die Staatsgalerie werden u.a. gezeigt: Red Sea Crossing von Richard Deacon, Die Graue Passion von Hans Holbein d. Ä., Bathseba im Bade von Hans Memling und Der heilige Christophorus von Giovanni Paolo di Grazia.

19:00 | Beethoven-Saal | Eröffnungskonzert II | Elias 5

Markus Eiche (Foto: Baisja Chanowski)

In Mendelssohns dramatischem Oratorium wird das Wasser zum Mittel des Gottesbeweises. Der Fluch des Elias, wider die Anbeter des Baal und deren König Ahab geschleudert, führt zu einer schrecklichen Dürre. Aber Elias vollbringt auch das Regenwunder, das Rettung bringt als Zeichen des milden Gottes Israels, der sich nicht im Sturm, nicht im Erdbeben und nicht im Feuer zeigt, sondern in einem stillen, sanften Säuseln.

Montag | 29. August 2011

12:15 | Schlossplatz-Fontänen | Brunnenmusik 1

Schlossplatz-Fontänen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

Dienstag | 30. August 2011

07:00 | Theaterschiff | Im Frühtau I | Ramón Jaffé 6

Ramón Jaffé

Zum Wasser gehört das Weinen – und um dieses geht es im ersten Frühmorgenkonzert des Musikfests. Der geheimnisvolle Monsieur de Sainte-Colombe – ein französischer Gambist ungewisser Identität – widmete ein Werk den Tränen; und der Georgier Kantscheli dachte darüber nach, wie es ist, wenn die Tränen getrocknet sind. Das Programm schließt mit einer besonderen Leidenschaft Ramón Jaffés, dem Flamenco. Die Frühtau-Konzerte im Theaterschiff bieten die Möglichkeit, den Morgen auf dem Neckar mit Musik und einem kleinen Frühstücksangebot zu beginnen.

12:15 | Junobrunnen (Kurpark Bad Cannstatt) | Brunnenmusik 2

Junobrunnen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

17:00 | Trinkwasserhochbehälter Hasenberg Turbinenhalle | Zusatzkonzert

Aufgrund großer Nachfrage wird das schwedische Ensemble the peärls before swïne experience ein zusätzliches Konzert (vgl. Nr. 7) in der Turbinenhalle Hasenberg um 17:00 Uhr geben.

19:00 | Trinkwasserhochbehälter Hasenberg Turbinenhalle | Wasserdruck 7

the peärls before swïne experience

Das schwedische Ensemble the peärls before swïne experience macht seinem Namen alle Ehre, indem es Neue Musik an Orte bringt, wo sie sonst nicht erklingt. Die Konzerte der vier exzellenten Musiker verstehen sich als eine Form der Unterhaltung, die einen bleibenden und substantiellen Eindruck hinterlässt. Die Turbinenhalle Hasenberg an der Hasenbergsteige – Teil der Stuttgarter Wasserversorgung – ist fraglos ein Ort, an dem Neue Musik sonst nicht erklingt: ein hoher kühler Raum mit fast sakraler Akustik.

22:00 | Mineralbad Leuze | Schwimmbach | Synchronschwimmen 8

Mineralbad Leuze

Seit über hundert Jahren schon gibt es die sportliche Disziplin des Synchronschwimmens; seit 1984 ist sie bei den olympischen Spielen zugelassen. Mit einer Performance der Synchronschwimmerinnen des Schwimmerbunds Schwaben 1895 Stuttgart zur Musik des bachakademischen Hausgottes beginnt die Reihe der Mineralbad-Konzerte des Musikfests. Das Synchronschwimmen findet im Außenbecken des Leuze statt und eröffnet unsere Reihe Stuttgart Bäderstadt.

Mittwoch | 31. August 2011

12:15 | Akademiebrunnen (hinter dem Neuen Schloss) | Brunnenmusik 3

Akademiebrunnen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

16:00 | Bachakademie | Musikfestcafé I | Wie klingt das Wasser? 9

Wasser

Wasser klingt. Es plätschert und rauscht, und manchmal singt es sogar. Der Komponist Oliver Schneller hat den Klang von Wasser analysiert und unter anderem für seine Komposition Aqua Vit nutzbar gemacht. Damit stellt er sich auf ganz eigene Weise in eine lange Tradition; denn Komponisten haben Wasser schon immer »vertont«.

19:00 | Mozart-Saal | Jeux d'eau | Igor Levit 10

Igor Levit (Foto: Felix Broede)

Mit diesem Klavierabend Igor Levits, der trotz seiner Jugend von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bereits als einer »der großen Pianisten dieses Jahrhunderts« bezeichnet wurde, beginnt die Reihe von Musikfest-Konzerten, in denen Werke des diesjährigen Artist in Residence, Tan Dun, vorgestellt werden. Zugleich gibt das Programm einen eindrucksvollen Überblick über die vielfältigen Arten der Inspiration, die das Wasser Komponisten des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts geboten hat.

22:00 | Haus der Katholischen Kirche | Stimmen aus dem Regenwald | Meininger-Trio 11

Christiane Meininger (Foto: Markus Bollen)

Das im Jahr 2000 gegründete Meininger-Trio plant sein Repertoire in regem Austausch mit Komponistinnen aus Australien, Europa und den USA. So entstand auch dieses im wahrsten Sinne des Wortes impressionistische Programm. Zu Musik gewordene Eindrücke des Wassers in all seinen Erscheinungsformen bilden eine extrem stimmungsvolle, ungewöhnliche programmatische Einheit.

Donnerstag | 01. September 2011

12:15 | Jakobsbrunnen (Spreuergasse Bad Cannstatt) | Brunnenmusik 4

Jakobsbrunnen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

13:00 | Fruchtkasten | Über den Rhein | Bob van Asperen 12

Bob van Asperen (Foto: Hinrich Kuper)

Die tränenreiche Klage über den Tod Ferdinands IV, das Rauschen eines Baches, die Sprünge der Satyrn, die Gondeln im Park von Versailles, ein Seeräuberüberfall und eine abenteuerliche Schifffahrt auf dem Rhein – dies alles beschreiben tonmalerisch die Suiten Frobergers und Couperins, die Bob van Asperen, einer der Grandseigneurs der Alten Musik, für sein Stuttgarter Konzert ausgewählt hat.

16:00 | Bachakademie | Musikfestcafé II | Die Geschichte des Madrigals 13

Calmus-Ensemble Leipzig

In Zusammenhang mit der Langen Vokalnacht am Tag darauf befasst sich dieses Musikfest-Café mit der ebenso ehrwürdigen wie erheiternden Geschichte des Madrigals. Der weltliche Ensemble-Gesang war immer auch ein Vehikel geistvoller bis derber Unterhaltung. Madrigale wurden zu Mini-Opern zusammengefügt oder aus Klang- und Textschnipseln absichtsvoll-unsinnig collagiert. Kurzweil war oberstes Gebot.

19:00 | Mozart-Saal | Ich stand an dem Gestade | Hohenstaufen-Ensemble 14

Rahel Maria Rilling

Schuberts Forellen-Quintett, das seinen Namen führt, weil der Komponist dem Variationensatz des Werks die Melodie seines Liedes Die Forelle zugrunde gelegt hat, darf in einem Wasserfestival nicht fehlen. Für die seltene Besetzung Pianoforte, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass sind nicht viele Werke geschrieben worden; Ralph Vaughan Williams aber griff für sein Klavierquintett c-Moll aus dem Jahre 1903 auf Schuberts Instrumentierung zurück. Beim Kammermusik Festival Hohenstaufen fand sich das Ensemble zusammen, das beide Kompositionen in Angriff nimmt.

22:00 | Wagenhallen | O Mar | Nihan Devecioglu 15

Nihan Devecioglu

Die Sängerin Nihan Devecioglu hat für das Musikfest ein Programm entwickelt, das den ewigen Kreislauf des Wasser von der Erde ins Meer, hinauf zum Himmel und vom Himmel herab zum Thema hat. Dabei verbindet sie Sufi-Gesänge und türkische Volkslieder mit portugiesischer Musik und Liedern von Ravel und Schubert. Devecioglus Kunst ist so universal wie das Wasser selbst.

Freitag | 02. September 2011

12:15 | Gänsepeter-Brunnen (Johann-Sebastian-Bach-Platz) | Brunnenmusik 5

Gänsepeter-Brunnen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

13:00 | Mozart-Saal | Generationenpakt 16

Martin Helmchen (Foto: Marco Borggreve)

Drei als Solisten überaus erfolgreiche Musiker aus zwei Generationen schließen sich zu einem Trio zusammen. Was manchmal heikel ist, gelingt hier perfekt: e pluribus unum… Nachdem im letzten Jahr bereits der Meisterkurs von Hans-Peter und Volker Stenzl in der Reihe stattfand, musiziert in diesem Jahr ein »Meisterschüler« wie Martin Helmchen gemeinsam mit den »Meisterinnen« Sabine Meyer und Marie-Elisabeth Hecker.

15:00 | Silcher-Saal | Musikfestcafé III | SWR 2 - Musik aktuell live vom Musikfest Stuttgart 17

Christian Lorenz

In diesem live im Programm von SWR 2 ausgestrahlten Musikfestcafé stellen sich Bachakademie-Intendant Christian Lorenz, Chefdramaturg Dr. Michael Gassmann und prominente Gäste allen Fragen zum Thema des Musikfests Stuttgart 2011.

19:00 | Neues Schloss Weisser Saal | Lange Vokalnacht 18

Calmus-Ensemble Leipzig

Drei herausragende a-cappella-Ensembles vereinigen sich zu einem Großkonzert. Natürlich steht auch hier das Thema des Musikfests im Mittelpunkt: Ob Leonhard Lechners zur Einweihung eines Brunnens geschriebener Motettenzyklus, Matteo Flechas Ensalada »Die Pumpe« oder Adriano Banchieris Madrigaloper »Die Bootsreise von Venedig nach Padua«, ob musikalische Ostseereise oder gar der Song »Im Garten eines Kraken« – stets plätschert das Wasser. Die lange Vokalnacht endet gegen 23 Uhr, in den zwei Pausen ist für Bewirtung gesorgt.

Samstag | 03. September 2011

07:00 | Theaterschiff | Im Frühtau II | Anne-Maria Hölscher 19

Anne-Maria Hölscher

Das Akkordeon hat viele Namen; einer davon lautet »Schifferklavier«, weil das Instrument sogar auf Reisen zu Wasser leicht transportabel ist. Auf dem Stuttgarter Theaterschiff beansprucht es naturgemäß Heimatrecht. Das Schifferklavier ist mit der Orgel entfernt verwandt. Wohl deshalb klingen Bachs Werke für Klavier oder Orgel auf dem Akkordeon ganz ausgezeichnet. Anne-Maria Hölscher ist eine Meisterin ihres Fachs, mehrfache nationale und internationale Preisträgerin, ehemalige Stipendiatin der Kulturstiftung der Deutschen Bank und der Studienstiftung des deutschen Volkes. Als Kammermusikerin und Solistin war sie Gast zahlreicher renommierter Festivals.

16:00 | Lindenmuseum Wannersaal | Alsterwasser | Die Telemänner 20

Die Telemänner

Das Internationale Kinder-Barockorchester Die Telemänner hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen für die Barockmusik zu begeistern. Die Musik des Barock fördert aufgrund ihrer Komplexität die zwölf- bis achtzehnjährigen Musiker optimal. Die Telemänner bringen in ihrem Musikfest-Konzert barocke und moderne Wassermusiken zur Aufführung. Solisten sind Simon Mettler, Stipendiat der Grinio-Akademie, sowie der Budapester Junggeiger Krystóf Tóth, Stipendiat der GEDOK Stuttgart.

19:00 | Beethoven-Saal | Wasserwege | Bundesjugendorchester 21

Bundesjugendorchester

Das Oratorium AQUA von Gonzalo und Alberto Grau singt von den Wegen des Wassers, von den schroffen, wütenden und ungastlichen Wegen, von den sanften, gastfreundlichen und weiten Wegen, und den verborgenen Wegen, die unter der Erde verlaufen. Aber wir werden auch die Klagen hören über die armen, durch die Menschen geschädigten Ströme, ihre durch Kriege vergifteten Quellen und jenen durch einen zügellosen Fortschritt verursachten sauren Regen. Das Werk singt von den Segnungen des Regens, der senkrecht vom Himmel fällt und Städte und Wüsten erquickt. Und es singt vom zerstörerischen Zorn des über die Ufer getretenen Wassers, das die Wege auslöscht. Zum Schluss hört man vom gemeinsamen Ziel aller Süßwasserwege, dem Aufgehen in den Weiten des Ozeans.

22:00 | Theaterhaus T3 | Der Untergang der Titanic. Eine Komödie 22

Olga Scheps (Foto: Felix Broede)

»Der Untergang der Titanic. Eine Komödie« ist eines der Hauptwerke von Hans Magnus Enzensberger. Am heutigen Abend wird das Werk, das, vergleichbar Dantes Göttlicher Komödie, aus 33 Gesängen besteht, in einer Bühnenfassung mit Musik von Frédéric Chopin aufgeführt. In zynisch-ironischem Ton erzählt Hans Magnus Enzensberger vom Untergang des Luxusdampfers. Aus unterschiedlichen Perspektiven schildert Enzensberger die Katastrophe als Sinnbild für den Untergang einer Gesellschaft.

Sonntag | 04. September 2011

10:00 | Stadtkirche Bad Cannstatt | Gottesdienst 23

Stadtkirche Bad Cannstatt

Heinrich Bach, Stammvater der sogenannten Arnstädter Linie der Bach-Familie und seit 1641 Organist der Arnstädter Liebfrauen- und Oberkirche, wäre als Komponist kaum bekannt, gäbe es nicht das berühmte Lamento »Ach dass ich Wassers gnug hätte«, das freilich auch Johann Christoph Bach zugeschrieben wird. Johann Sebastians Kantate entstand 1715 für den Weimarer Hofgottesdienst. In ihr wird das vom Himmel fallende Wasser mit dem Gotteswort verglichen, da beides Frucht bringt und nährt.

19:00 | Mozart-Saal | Die versunkene Kathedrale | Die 12 Cellisten 24

Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker

Von Bach bis Jazz, von der Romantik bis zur Moderne – die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker pflegen ein breites Repertoire, das sie an diesem Abend unter die Brücken von Paris, in den Schnee, in einen tiefen Fluss und zu einer versunkenen Kathedrale führt. Die poetische Attraktivität, die das Wasser für Komponisten der unterschiedlichsten Generationen besitzt – in diesem unterhaltsamen Programm wird es erlebbar.

22:00 | Freies Musikzentrum Feuerbach | Poesiealbum | Olivia Trummer 25

Olivia Trummer

Poesie ist zeitlos. Sinn spendend, tröstend und originell zieht sie uns auf wundersame Weise aus dem Alltag fort. Poesie muss nichts beweisen. Sie ist einfach da – jeder kann sie spüren und daran teilhaben. Und Poesie klingt. In ihrem Poesiealbum lässt Olivia Trummer ihrer Text- und Ton-Fantasie freien Lauf und erzählt Geschichten, die es wert sind, gehört zu werden – raffiniert, voller Jazz, Herzblut und musikalischer Poesie. Weder Musik noch Worte sind »Beigabe« – sie bringen sich gegenseitig zum Blühen.

Montag | 05. September 2011

10:30 | Staatsgalerie | Panta Rhei | Führung 26

John Cage

Die zweite Musikfest-Führung durch die Staatsgalerie ist John Cage und Fluxus gewidmet. Im Zentrum stehen dabei die Dokumente aus dem Archiv Sohm, das in der Staatsgalerie aufbewahrt wird. Der in Markgröningen bei Stuttgart ansässige Zahnarzt Hanns Sohm (1921-1999) konservierte durch das Aufheben von authentischen, nirgendwo sonst bewahrten Dokumenten jene heute oftmals als »Neo-Dada« bezeichnete, stark von John Cage beeinflusste Gegenkultur, die in den 1960er und 1970er Jahren florierte und auch unter den Begriffen Fluxus und Happening bekannt wurde.

12:15 | Erbsenbrünnele (Marktstrasse Bad Cannstatt) | Brunnenmusik 6

Erbsenbrünnele (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

19:30 | Theaterhaus T2 | Wasserspaziergang | Sinfonietta Leipzig 27

Dietrich Henschel (Foto: Clara Pons)

Am heutigen Tage wäre John Cage, der große Verunsicherer und Befreier, neunundneunzig Jahre alt geworden. Das Konzert erinnert daran, dass Cage auch mit Wasser als Klangquelle experimentierte. Waterwalk ist ein Stück für Badewanne, Dampfkessel, Gießkanne und vier Radios. Die Inlets erfordern die Verwendung von wassergefüllten Meeresschnecken-Gehäusen. Die Hommage wird ergänzt um eine Uraufführung des spanischen Komponisten José María Sánchez Verdú und andere einschlägige, zum Teil hochpopuläre Wassermusiken. Cage hätte wohl sein Vergnügen an diesem »entgrenzten« Programm gehabt.

22:00 | Theaterhaus T3 | Eismusik | Terje Isungset 28

Terje Isungset (Foto: Furuseth)

Der Schlagzeuger Terje Isungset gilt als einer der interessantesten Musiker Norwegens. Er experimentiert mit klingenden Steinen, Trommeln, Hölzern, Hörnern, Stimme – und Eis. Terje Isungset wird die erste Hälfte seines Konzerts mit selbstgebauten Instrumenten aus Eis bestreiten. Zusammen mit der im norwegischen Molde geborenen und jetzt in Bergen und Berlin lebenden Sängerin Mari Kvien Brunvoll wird er die Frage, wie Wasser klingt, auf unverwechselbare Weise beantworten.

Dienstag | 06. September 2011

07:00 | Theaterschiff | Im Frühtau III | Piotr Plawner 29

Piotr Plawner

Das dritte Frühtau-Konzert auf dem Theaterschiff hat unverkennbar einen polnischen Schwerpunkt. Grażyna Bacewicz gehört zu den bedeutendsten Komponistinnen Polens; ihre Laufbahn ist freilich untrennbar mit dem schrecklichen Schicksal ihres Landes unter der deutschen Besatzung verbunden. Die Violinsonate erlebte ihre Uraufführung 1941 in einem Warschauer Untergrundkonzert. Ihr Landsmann Piotr Plawner, Jahrgang 1974, wurde von der Stuttgarter Zeitung hochgelobt: »Dieser junge Mann ist in der Tat ein Phänomen, ein Genie auf der Geige. Sein Spiel ist faszinierend, bis in die letzte Nuance hinein. Jede Phrase ist interpretatorisch durchdacht, alles mit Superlativen zu kennzeichnen.«

12:15 | Kosakenbrünnele (Merkursäule der Alten Kanzlei) | Brunnenmusik 7

Kosaken-Brünnele (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

13:00 | Stiftskirche | Bachs Wassermusiken I | Gesprächskonzert 30

Helmuth Rilling (Foto: Michael Latz)

Helmuth Rillings legendäre Gesprächskonzerte finden mit diesem vierteiligen Musikfest-Zyklus eine Fortsetzung. Rilling erörtert die vielfältige christliche Symbolik des Wassers anhand der Bachschen Kantaten und Passionen. »Ein Christ soll zwar wie Felsen stehn, wenn Trübsalswinde um ihn gehn, doch suchet die stürmende Flut die Kräfte des Glaubens zu schwächen. Schweig, aufgetürmtes Meer! Verstumme, Sturm und Wind! Dir sei dein Ziel gesetzet, damit mein auserwähltes Kind kein Unfall je verletzet. Wohl mir, mein Jesus spricht ein Wort, mein Helfer ist erwacht, so muß der Wellen Sturm, des Unglücks Nacht und aller Kummer fort.«

22:00 | Mineralbad Berg | Vor Anker | Rajaton 31

Rajaton

Die sechs jungen Sänger des finnischen Vokalensembles Rajaton hatten sich von Anfang an das Ziel gesetzt, die finnische a-cappella-Szene mit einem einzigartigen Klang und einem neuen Zugang zu Chormusik zu bereichern. Ihre individuellen musikalischen Ausbildungen und Vorlieben tragen zum musikalischen Ausdruck des Ensembles bei. Der Grundidee entsprechend singt Rajaton hauptsächlich Musik, die für die Gruppe geschrieben wurde – mit oder ohne Mikrophone. Der Name ist Programm, denn das finnische Wort »rajaton« heißt »unbeschränkt, grenzenlos«, und so reicht das Repertoire von sakraler Musik über Pop und Volkslieder bis zu zeitgenössischen Kompositionen. Im zweiten Konzert unserer Reihe »Stuttgart Bäderstadt« singt Rajaton Arrangements finnischer Lieder über das Meer und die Sehnsucht, die mit ihm verbunden ist. Das Konzert findet open air rund um das Außenbecken statt.

Mittwoch | 07. September 2011

12:15 | Marktbrunnen (Marktplatz Stuttgart) | Brunnenmusik 8

Marktbrunnen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

13:00 | Stiftskirche | Bachs Wassermusiken II | Gesprächskonzert 32

Gächinger Kantorei Stuttgart (Foto: Holger Schneider)

Das zweite Gesprächskonzert Helmuth Rillings befasst sich mit jenem Wasser, das in der Taufe reinigt: »Christ unser Herr zum Jordan kam nach seines Vaters Willen. Von Sankt Johanns die Taufe nahm, sein Werk und Amt zu erfüllen. Da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. Merkt und hört, ihr Menschenkinder, was Gott selbst die Taufe heißt. Es muss zwar hier Wasser sein, doch schlecht Wasser nicht allein. Gottes Wort und Gottes Geist tauft und reiniget die Sünder.«

16:00 | Bachakademie | Musikfestcafé IV | Die Geschichte der Kurmusik 33

Internationale Bachakademie Stuttgart

Seit Stuttgart Bad Cannstatt eingemeindet hat, ist die Landeshauptstadt auch Kurbad. Kurbäder haben eine ganz besondere, oft belächelte musikalische Tradition: die Kurkonzerte, oft von eigenen Kurkapellen bestritten. Die Musikwissenschaftler Thomas Schipperges und Joachim Kremer eint die Leidenschaft für die Geschichte der Kurmusik. Sie werden Auskunft geben über ein ehrwürdiges Repertoire zwischen E und U.

19:30 | Schloss Rosenstein | La Serenissima | Artevio Quartett 34

Artevio Quartett (Foto: Fabio Frank)

Dieses Konzert eröffnet ein »Streichquartett-Doppel« in der klassizistischen Säulenhalle des Schlosses Rosenstein. Das junge, erst 2007 gegründete Artevio Quartett, das bereits 2008 einen ersten Preis im Bundeswettbewerb »Jugend musiziert« errang, begibt sich auf eine Wasserreise nach Arkadien: Die Sätze in Thomas Adès’ Streichquartett heißen geheimnisvoll »Venezia notturna«, »Auf dem Wasser zu singen« oder auch »L’Embarquement« und »Lethe«. Der letzte Satz aus Benjamin Brittens drittem Streichquartett korrespondiert damit: »La Serenissima«. Mit den drei Idyllen Frank Bridges rundet sich dieses rein englische Programm.

22:00 | Schloss Rosenstein | Wassergeister | Delian Quartett 35

Delian Quartett (Foto: Edith Held)

Anknüpfend an das vorangehende Konzert des Artevio Quartetts, führt das Programm des Delian Quartetts zunächst nach England, und auch die diskrete Morbidität der von Artevio gebotenen britischen Werke findet eine Fortsetzung: in der Ghost Opera, der »Gespensteroper« des Artist in Residence, Tan Dun. Tan Dun bezieht sich hier auf eine uralte chinesische Tradition, nach der ein Darsteller in einer solchen »Oper« mit seinem vergangenen und künftigen Leben einen Dialog führt. Das Streichquartett flicht nicht nur Bach-Zitate in das musikalische Geschehen ein, es muss auch mit Wasserschüsseln und Steinen hantieren und singen – eine neue Herausforderung für das 2007 gegründete Delian Quartett, das binnen kurzem einen eindrucksvollen Weg durch renommierte Säle und Festivals zurückgelegt hat.

Donnerstag | 08. September 2011

12:15 | Libellenbrunnen (Ecke Herdweg / Relenbergstrasse) | Brunnenmusik 9

Libellenbrunnen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

13:00 | Stiftskirche | Bachs Wassermusiken III | Gesprächskonzert 36

Helmuth Rilling (Foto: Michael Latz)

»So schnell ein rauschend Wasser schießt, so eilen unser Lebenstage. Die Zeit vergeht, die Stunden eilen, wie sich die Tropfen plötzlich teilen, wenn alles in den Abgrund schießt. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muss fallen und vergehen. Wer Gott fürcht', bleibt ewig stehen.« Im dritten Gesprächskonzert Helmuth Rillings geht es um das Wasser als Symbol der Vergänglichkeit.

16:00 | Bachakademie | Musikfestcafé V | Versunkene Städte 37

Rudolf Guckelsberger

Dass Städte, Inseln, gar ganze Kontinente versinken, wird in der Literatur beschrieben, seit es Literatur gibt. In den Sintflutsagen vollzieht sich die Katastrophe immer in Form eines Strafgerichts: Die Menschen tragen selbst die Schuld für ihr Verderben. Berühmte Beispiele sind – neben den biblischen Berichten von der Urflut (Gen 6-9) und der Vernichtung Sodoms (Gen 18-19) – die antike Überlieferung vom legendären Atlantis oder – im deutschen Sprachraum – die Sagen vom Untergang der Städte Rungholt und Vineta. Versunkene Orte können aber auch periodisch immer wieder auftauchen – ein Motiv, das einem in der Literatur des 19. Jahrhunderts häufig begegnet: Die Vergangenheit will nicht weichen und fordert ihr Recht. Im 20. Jahrhundert schließlich verschiebt sich das Untergangsmotiv bisweilen in Richtung einer (freilich vergeblichen) Suche nach der »verheißenen Stadt« oder es entwickelt sich zur satirischen Beschreibung einer kollektiven Entwurzelung der Menschen in ihrem angestammten Lebensraum. In einem »Turbo-Tauchgang« durch die Welt der Sagen, Legenden, Gedichte und Geschichten fördert Rudolf Guckelsberger einige der schönsten literarischen Zeugnisse zum Thema zu Tage: von Platon und Ovid bis Uhland, Heine und Heinz Risse.

19:30 | Mozart-Saal | Klangflüsse | Arcata Stuttgart 38

Lars Karlin

Erkki-Sven Tüürs »Aqua« ist keine Wassermusik im plakativ-tonmalerischen Sinne, sondern spielt mit dem Assoziationsfeld des Fließens. In den faszinierend sich verändernden Klängen des Werks mag man eine Analogie zu den changierenden Farben eines Sees erkennen. In Zusammenarbeit mit dem Aeolus-Bläserwettbewerb ist das Konzert zugleich ein Porträt des jungen schwedischen Posaunisten Lars Karlin, der 2010 zweiter Preisträger dieses Wettbewerbs war.

22:00 | Mozart-Saal | An der Quelle | Peter von Wienhardt 39

Peter von Wienhardt

Peter von Wienhardt ist ein Vielseitiger. Seit vielen Jahren bereist er in verschiedenen Funktionen – als Pianist, Dirigent, Komponist und Kammermusiker - die Welt. Der Absolvent der Stuttgarter Musikhochschule leitet mehrere Festivals und interessiert sich für ungewöhnliche Programmkonzepte. Für das Musikfest Stuttgart hat er ein Programm entwickelt, das ein Werk Tan Duns (des diesjährigen Artist in Residence) einbettet in die Kompositionen Franz Liszts, die auf unterschiedlichste Weise vom Wasser inspiriert sind. Tan Duns C-A-G-E ist ein bemerkenswertes Zeugnis für die Auseinandersetzung des Chinesen mit der Musik seiner Wahlheimat Amerika.

Freitag | 09. September 2011

10:30 | Staatsgalerie | Zauberinseln | Führung 40

Staatsgalerie

Inseln sind extreme Orte; sie symbolisieren Neubeginn und Verheißung, aber auch Verbannung oder freiwilliges Exil. Böcklin schuf in den 1880er Jahren allein fünf Versionen der Toteninsel in einer Zeit epochengeschichtlicher wie eigener künstlerischer Krise. Seine Villa am Meer, die sich in der Staatsgalerie Stuttgart befindet, führt direkt darauf hin und lässt sich als Todesahnung, aber auch als Erlösungsmodell verstehen. Gauguin floh nach Tahiti, um der Enge der französischen Zivilisation zu entkommen und seinen künstlerischen Ausdruckskanon zu erweitern. »Topografien des Ich« nennt Dieter Roth seine Inselbilder, bei denen er seit 1957 aus vorangegangenen Bildern durch Materialumschichtungen neue Bilder generiert: ein permanenter Aufbruch zu neuen künstlerischen Ufern.

12:15 | Obeliskbrunnen (Alte Kanzlei) | Brunnenmusik 10

Obeliskbrunnen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

13:00 | Stiftskirche | Bachs Wassermusiken IV | Gesprächskonzert 41

Helmuth Rilling

Das letzte Gesprächskonzert Helmuth Rillings betrachtet das Wasser als Sünden- und Tränenflut: »Erwäge, wie sein blutgefärbter Rücken in allen Stücken dem Himmel gleiche geht, daran, nachdem die Wasserwogen von unsrer Sündflut sich verzogen, der allerschönste Regenbogen als Gottes Gnadenzeichen steht! Zerfließe, mein Herze, in Fluten der Zähren dem Höchsten zu Ehren! Erzähle der Welt und dem Himmel die Not: Dein Jesus ist tot!«

16:00 | Bachakademie | Musikfestcafé VI | Behold the Sea! 42

Internationale Bachakademie Stuttgart

Dass die Engländer ein Volk von Seefahrern sind, merkt man auch an ihrer Musik: Wohl in keinem anderen Land sind mehr Kompositionen über das Meer entstanden. Ob Parry, Elgar, Vaughan Williams, Britten oder Maxwell Davies – die rauschenden Wogen inspirierten fast jeden, der auf der Insel Noten zu Papier brachte. Ist die Nähe zum Meer Teil eines Nationalstils?

19:00 | Neues Schloss Weisser Saal | Meeressturm | Zefiro Barockorchester 43

Zefiro Barockorchester (Foto: Glauco Ongari)

Mit dem Ensemble Zefiro erfüllten sich die Oboisten Alfredo Bernardini und Paolo Grazzi und der Fagottist Alberto Grazzi den Wunsch nach einem eigenen Ensemble, bei dem die Holzbläser im Zentrum der Programmüberlegungen stehen (Zephir ist der freundliche Gott der westlichen Winde). Damit sie alles Repertoire, das sie interessiert, aufführen können, ist die Besetzungsgröße flexibel. Seit seiner Gründung hat Zefiro bei vielen bedeutenden europäischen Festivals gespielt. Die jüngste CD-Veröffentlichung mit Händels Feuerwerksmusik erhielt im Februar 2009 den Diapason d'Or und im November des Jahres den begehrten Diapason d'Or de l'année. In Stuttgart vereinigt ihr Programm die Highlights barocker Wassermusiken.

Samstag | 10. September 2011

11:00 | Musikhochschule | Du heller, wilder Fluss | Liedmatinee 44

Meisterkurs (Foto hs)

Es gehört zu den Traditionen des Musikfests Stuttgart, den Teilnehmern der Gesangsmeisterkurse Gelegenheit zu einer Liedmatinee zu geben. Neben Bachs »Wasser-Musiken« gehören auch in diesem Jahr Kunstlieder zum Unterrichtspensum. In diesem Konzert werden die Ergebnisse vorgestellt.

16:00 | Römerkastell Phoenixhalle | Annettes Daschsalon 45

Annettes Daschsalon in Stuttgart 2010 (Foto: Holger Schneider)

Im letzten Jahr war der Stuttgarter Salon Annette Daschs ein voller Erfolg. Auch in diesem Jahr plaudert sie wieder über das Thema des Musikfests mit interessanten Gästen – und singt natürlich. Denn Annettes Daschsalon ist etwas ganz Eigenes: eine Mischung aus Talkshow und Liederabend.

19:00 | Römerkastell Phoenixhalle | Leuchtendes Wasser | Tan Dun 46

Tan Dun

An diesem Abend tritt Tan Dun, Artist in Residence des Musikfests Stuttgart 2011, erstmals während des Festivals selbst ans Pult. Seine »organische« Musik hat ihn berühmt gemacht: Kompositionen aus Klängen, die mittels Papier, Ton und Wasser erzeugt werden. Im Water Concerto nutzt er die akustischen Möglichkeiten des Wassers für zahlreiche poetische und perkussive Effekte.

22:00 | Wilhelma-Theater | Traumgesicht | Corinna Harfouch 47

Corinna Harfouch (Foto: Dirk Dunkelberg)

Die Schauspielerin Corinna Harfouch und die Pianistin Hideyo Harada verbinden Hans Christian Andersens berühmtes Märchen von der Kleinen Meerjungfrau mit den Lyrischen Stücken von Edvard Grieg. Grieg und Andersen pflegten eine enge Freundschaft; 1864 gründeten sie in Kopenhagen gemeinsam eine Konzertgesellschaft zur Pflege neuer skandinavischer Musik. Grieg bewunderte die Musikalität von Andersens Lyrik und vertonte eine ganze Reihe von dessen Gedichten. Der Weg ist also nicht weit von Griegs pianistischen Kleinodien der Lyrischen Stücke zu Andersens zauberhaft anrührender Geschichte vom glücklichen Unglück der Kleinen Meerjungfrau, die der Autor rückblickend »die einzige von meinen Arbeiten« nannte, »die mich selbst rührte, während ich sie schrieb«.

Sonntag | 11. September 2011

10:00 | Stiftskirche | Gottesdienst 48

Stiftskirche

»Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser«: Psalm 23 liest sich als Antwort auf Psalm 42: »Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet Gott, meine Seele zu dir!« Der gütige Gott ist wie lebenspendendes Wasser.

15:00 | Römerkastell Phoenixhalle | Rauschen und Wogen | Sciarrino 49

Salvatore Sciarrino

Sciarrinos Studie über den Klang des Meeres sprengt gewohnte Dimensionen: Außer einem Countertenor, einem Flöten- und einem Saxophonquartett sind zusätzlich rund 100 Flötisten und 100 Saxophonisten erforderlich, um ein komponiertes Meeresrauschen von einer Dreiviertelstunde Dauer zu erzeugen.

16:30 | Römerkastell Phoenixhalle | Rauschen und Wogen | Sciarrino 50

Meer

Sciarrinos Studie über den Klang des Meeres sprengt gewohnte Dimensionen: Außer einem Countertenor, einem Flöten- und einem Saxophonquartett sind zusätzlich rund 100 Flötisten und 100 Saxophonisten erforderlich, um ein komponiertes Meeresrauschen von einer Dreiviertelstunde Dauer zu erzeugen.

19:00 | Beethoven-Saal | Stürmisch bewegt | Vladimir Ashkenazy 51

Vladimir Ashkenazy (Foto: Kai Bienert)

Mit seiner ersten Symphonie gelang dem britischen Komponisten Ralph Vaughan Williams ein großer Wurf. Das viersätzige Werk ist eine einzige, große Hymne an das Meer, das mit einem »Lied für alle Meere und alle Schiffe« beginnt und mit einem Gesang auf die »Entdecker« der Meere endet. Elgars Liederzyklus ist inniger und romantischer; er besingt den Hafen von Capri, einen Samstagmorgen auf See und die Musik des Wassers, die Klänge in den Tiefen des Meeres. Vladimir Askenazy, der große Liebhaber britischer Musik, dirigiert erstmals die Gächinger Kantorei. Zudem ist dieses Konzert einer der Höhepunkte unseres Zyklus »Jung und begabt«.

Montag | 12. September 2011

12:15 | Schicksalsbrunnen (Staatstheater) | Brunnenmusik 11

Schicksalsbrunnen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

16:00 | Bachakademie | Musikfestcafé VII | Tan Dun - Artist in Residence I 52

Tan Dun (Foto: Nana Watanabe)

Zwei aufeinander folgende Musikfest-Cafés sind dem chinesisch-amerikanischen Komponisten Tan Dun gewidmet, der 2011 Artist in Residence des Musikfests Stuttgart ist. Das erste Café beschäftigt sich mit dem Schöpfer einer »organischen« Musik: Tan Dun arbeitet in vielen seiner Werke mit natürlichen Materialien wie Wasser, Steinen und Papier. Seine Water Passion, das Water Concerto, die Ghost Opera, aber auch das Earth Concerto und das Paper Concerto zählen zu diesem Teil seines Oeuvres. Die Verbindung von klassischem und organischem Instrumentarium hat klangliche, aber auch weltanschauliche Hintergründe.

17:00 | Wasserspeicher Rohr | Schallwellen | Zusatzkonzert

Aufgrund großer Nachfrage werden die Neuen Vocalsolisten Stuttgart ein zusätzliches Konzert (vgl. Nr. 53) im Wasserspeicher Rohr um 17:00 Uhr geben.

19:00 | Wasserspeicher Rohr | Schallwellen | Neue Vocalsolisten Stuttgart 53

Neue Vocalsolisten Stuttgart (Foto: Martin Siegmund)

»Die Feinheiten von Sciarrinos Musiksprache – die fragilen Texturen, flirrenden Flageoletts, subtilen Geräuschprozesse, das pausendurchsetzte Raunen der Stimmen – sind einerseits den kommunikativen Gesten des menschlichen Körpers nachgebildet, andererseits vibriert in ihnen etwas nach von der Atmosphäre seiner mediterranen Heimat: ferne Naturlaute, klare Tiefenperspektive, der Kontrast von mediterraner Lebensintensität und Kargheit des Terrains, die auserlesene Ausstattung der Innenräume« – so beschreibt der Musikkritiker Max Nyffeler die Eigenarten dieses Komponisten, die auch in den Madrigalen auf Haikus des japanischen Dichters Matsuo Basho (1644-1694) zur Geltung kommen. In der magischen Akustik des Wasserspeichers Rohr gewinnen die »madrigali« noch einmal eine ganz neue klangliche Qualität.

22:00 | Neues Schloss Weisser Saal | Hydrokulturen 54

Orchester der Kulturen

Das Orchester der Kulturen ist etwas ganz besonderes. Dass ein Orchester aus Musikern aller Länder und Kontinente besteht, kommt gelegentlich vor. Dass sie aber sämtlich ihre ureigenen, landestypischen Instrumente mitbringen, gibt es wohl sonst nirgendwo. Vielleicht kann nur ein begabter Arrangeur auf eine solche Idee kommen; Adrian Werum hat es getan. Für das Musikfest hat er eine Eichendorff-Fantasie aus Symphonischen Dichtungen und Orchesterliedern über das Wasser komponiert.

Dienstag | 13. September 2011

07:00 | Theaterschiff | Im Frühtau IV | Wiener Glasharmonika Duo 55

Glasharmonika

Zum Thema »Wasser« leistet das Konzert des Wiener Glasharmonika-Duos einen besonders originellen Beitrag. Denn die Glasharmonika und das Verrophon benötigen Wasser, um zu erklingen. Nur mit angefeuchteten Fingern lassen sich den Gläsern Töne entlocken.

12:15 | Danneckernymphen (Schloss Rosenstein) | Brunnenmusik 12

Danneckernymphen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

16:00 | Bachakademie | Musikfestcafé VIII | Tan Dun - Artist in Residence II 56

Tan Dun (Foto: James Salzano)

Zwei aufeinander folgende Musikfest-Cafés sind dem chinesisch-amerikanischen Komponisten Tan Dun gewidmet, der 2011 Artist in Residence des Musikfests Stuttgart ist. Das zweite Café beschäftigt sich mit Tan Dun als Inbegriff des »globalisierten« Künstlers, der in der östlichen wie westlichen Zivilisation gleichermaßen zuhause ist und »klassische« Konzerte ebenso verfasst wie Filmmusiken und Werke für das World Wide Web.

19:00 | Beethoven-Saal | Schon seh ich das Land | Orchestra Filarmonica della Scala 57

Daniel Harding (Foto: Harald Hoffmann)

Goethes Gedicht »Glückliche Fahrt« erzählt von der freudigen Erregung des Schiffers angesichts aufkommenden Windes: Endlich naht sich die Ferne. Mendelssohns Ouvertüre und Dvořáks Symphonie »Aus der neuen Welt« handeln je auf ihre Weise vom Weg über das Meer und dem Aufbruch zu neuen Ufern. Der Solist des Violinkonzerts von Jean Sibelius, Julian Rachlin (Jahrgang 1974), gehört heute zu den führenden Geigern seiner Generation; er konzertierte bereits mit allen wichtigen Orchestern dies- und jenseits des Atlantiks.

22:00 | Mineralbad Cannstatt | Melusine | DJ Gagarino 58

DJ Gagarino

»...Eines Tages erblickte der Graf von Lusignan ein wunderhübsches Mädchen, ihr Name war Melusine. Er entflammte sofort in leidenschaftlicher Liebe zu diesem unbekannten Mädchen und bat sie, seine Frau zu werden. Melusine hatte nur einen Vorbehalt: Der Edelmann dürfte niemals versuchen, sie beim Baden zu beobachten. Sie lebten glücklich für viele Jahre und hatten viele Kinder. Obgleich menschlich, zeigten die Kinder aus dieser Ehe doch einige seltsame Züge, wie große Zähne oder ungewöhnlich leuchtende Augen...« Gagarinos DJ - Lounge Konzept steht für das Überwinden von Barrieren zwischen Gattungen, Sparten, Stilen. Der Bogen wird von klassischer Musik bis hin zu modernen elektronischen Tunes gespannt, immer im Wechsel zwischen DJ-Set und Live-Act.

Mittwoch | 14. September 2011

10:30 | Staatsgalerie | Odysseus I | Führung 59

Staatsgalerie

Was wäre ein Wasser-Festival ohne Odysseus! Ein ganzer Tag des Musikfests ist dem antiken Helden gewidmet. Den Anfang macht diese vierte und letzte Musikfest-Führung in der Staatsgalerie. Um sich buchstäblich »über Wasser zu halten«, hat John Flaxman (1755-1826) für Josiah Wedgwoods Keramikunternehmen in Rom antike Vasen kopiert und so die griechisch-römische Antike auf die britischen Inseln gebracht. Als Buchillustrator für »Homers Odyssee« hat er Geniales geschaffen, besonders Odysseus Irrfahrt und Begegnung mit Circe hob er mit wenigen, prägnanten Linien aus dem Fluss des Epos heraus.

12:15 | Jünglingsbrunnen (Eduard-Pfeiffer-Platz) | Brunnenmusik 13

Jünglingsbrunnen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

17:00 | Theaterhaus T4 | Musikfestcafé IX | Odysseus II 60

Theaterhaus

Vier renommierte Kritiker des Preises der deutschen Schallplattenkritik e. V – des einzigen unabhängigen deutschen Schallplattenpreises – debattieren über die zahlreichen Einspielungen der Oper »Il ritorno d’Ulisse in patria« von Claudio Monteverdi. Die lebhafte Debatte über Stärken und Schwächen der verschiedenen Interpretationen versteht sich als Einführung in die Aufführung des Werks durch La Venexiana am selben Abend.

19:00 | Theaterhaus T1 | Odysseus III | La Venexiana 61

La Venexiana

»Il ritorno d’Ulisse in patria« (Die Heimkehr des Odysseus) schrieb Claudio Monteverdi für den venezianischen Karneval; die Oper in einem Prolog und drei Akten wurde im Februar 1640 am Teatro Santi Giovanni e Paolo uraufgeführt. Nach langer Irrfahrt kehrt Odysseus heim nach Ithaka. Es ist eine Geschichte, die davon erzählt, wie Ausdauer und Tugend Verrat und Täuschung besiegen können. Seitdem das Ensemble La Venexiana unter der Leitung Claudio Cavinas sämtliche Madrigale Monteverdis und seinen Orfeo auf CD eingespielt hat, gelten die Italiener als Monteverdi-Interpreten par excellence. In jüngster Zeit machen sie mit halbszenischen Aufführungen von sich reden; das Musikfest Stuttgart hat nun eine solche zu Gast.

Donnerstag | 15. September 2011

12:15 | Hans-im-Glück-Brunnen (Geisstrasse) | Brunnenmusik 14

Hans-im-Glück-Brunnen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

16:00 | Bachakademie | Musikfestcafé X | Die Bibel und das Wasser 62

Bibel

»Wir preisen dich, allmächtiger, ewiger Gott. Schon im Anfang der Schöpfung schwebte dein Geist über dem Wasser und schenkte ihm die Kraft, zu retten und zu heiligen. Selbst die Sintflut ist ein Bild für die Taufe; denn das Wasser brachte der Sünde den Untergang und heiligem Leben einen neuen Anfang. Die Kinder Abrahams hast du trockenen Fußes durch das Rote Meer geführt und sie befreit aus der Knechtschaft des Pharao. So sind sie ein Bild der Getauften, die du befreit hast aus der Knechtschaft des Bösen. Wir preisen dich, Gott, allmächtiger Vater, für deinen geliebten Sohn Jesus Christus. Er wurde von Johannes im Jordan getauft und von dir gesalbt mit Heiligem Geiste. Als er am Kreuz erhöht war, flossen aus seiner Seite Blut und Wasser. Nach seiner Auferstehung gab er den Jüngern den Auftrag: Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.« (aus der Liturgie der Kindertaufe). Für das Christentum ist das Wasser ein zentrales Glaubenssymbol. Das zehnte und letzte Musikfest-Café spürt den vielfältigen biblischen Bedeutungen des Wassers nach.

19:00 | Mozart-Saal | Tod in Venedig | Florian Uhlig 63

Florian Uhlig (Foto: Friedrun Reinhold)

Vor einiger Zeit schrieb die Süddeutsche Zeitung über ein Konzert Florian Uhligs: »Schwermut trifft auf Träumerei. Selten erlebt man ein so raffiniert durchdachtes Programm.« Das kann auch für sein Musikfest-Konzert gelten. Vom Thema des Wassers fühlte sich der Ausnahme-Pianist zu einem wundervoll subtilen Abend über den morbiden Zauber Venedigs inspiriert; Liszt und Mahler (mit Wagner als grauer Eminenz im Hintergrund) treffen auf Uhlig, den Arrangeur und Komponisten. Hinzu tritt Tan Dun als Artist in Residence mit einem Werk, dessen Titel »Spuren« dem Geisterhaften des Programms noch eine weitere Dimension hinzufügt.

22:00 | Haus der Katholischen Kirche | Seerosen | Minguet Quartett 64

Minguet Quartett (Foto: Christina Feldhoff)

Die in Paris lebende Finnin Kaija Saariaho gehört zu den kreativsten Künstlerpersönlichkeiten des gegenwärtigen Musiklebens. Ihre Komposition »Nymphéa« wurde von Claude Monets Seerosenbildern angeregt und experimentiert mit schwimmenden Klangflächen. Tan Duns »Eight Colours« war das erste Werk, das der Komponist nach seiner Übersiedlung nach New York 1986 niederschrieb. In den fast skizzenhaften Sätzen verbinden sich Spuren westlicher Atonalität mit den Farben buddhistischen Gesangs.

Freitag | 16. September 2011

12:15 | Galateabrunnen (Eugensplatz) | Brunnenmusik 15

Galateabrunnen (Foto: Stadt Stuttgart)

Neue Musik open air an allen Werktagen während des Musikfests; mit einer kurzen kunsthistorischen Einführung zum jeweiligen Brunnen. Bei strömendem Regen fällt das Ständchen ins Wasser.

16:00 | Wagenhallen | Response-Konzert | Wasser 65

Wasserklang

Seit Oktober beschäftigen sich zehn Schulklassen aus Stuttgart und Umgebung mit den klanglichen Möglichkeiten des Wassers. Sie erforschen unter der Leitung von Konzertpädagogen, wie sie mit ihren eigenen klassischen Instrumenten oder dem Schulinstrumentarium Wasser-Welten beschreiben können und erfinden teilweise eigene Wasser-Instrumente. Sie komponieren eigene Musik, konzipieren szenische Aktionen und entwickeln eine Gesamtdramaturgie, die die Arbeiten zu einem kurzweiligen und fantasievollen Wasser-Konzert zusammenfasst.

19:30 | Marienkirche | Ach, dass ich Wassers g'nug hätte | Hille Perl 66

Hille Perl

»An Wasserflüssen Babylon, da saßen wir mit Schmerzen; als wir gedachten an Sion, da weinten wir von Herzen« – die deutsche Ensemblemusik des siebzehnten Jahrhunderts ist voller Klagemusiken. Der Dreißigjährige Krieg hatte das Land auf eine nie gekannte Weise verwüstet; dessen Verheerungen fasste der Dichter Andreas Gryphius erschütternd in Worte: »Doch schweig ich noch von dem / was ärger als der Tod / Was grimmer denn die Pest / vnd Glutt vnd Hungersnoth / Das auch der Seelen Schatz / so vielen abgezwungen.« Es ist ein tränenreiches Programm, mit dem Hille Perl in der illuminierten Marienkirche gastiert.

22:00 | Marienkirche | Auf den Wogen schreitend | Hansjörg Albrecht 67

Hansjörg Albrecht

Das zweite Konzert dieses Abends in der illuminierten Marienkirche entführt in eine ganz andere musikalische »Wasserwelt«. Es sind die Mythen und Legenden, die Wagner und Liszt vertonten, die nun im Mittelpunkt stehen. Hansjörg Albrecht ist nicht nur ein ausgezeichneter Dirigent, sondern auch ein begnadeter Organist, der eine besondere Neigung zu effektvollen Orgelbearbeitungen romantischer Orchesterwerke hat.

Samstag | 17. September 2011

19:00 | Mozart-Saal | Gefrorne Tropfen | Christian Gerhaher 68

Gerold Huber und Christian Gerhaher (Foto: Alexander Basta / SONY)

»Manche Trän aus meinen Augen ist gefallen in den Schnee; seine kalten Flocken saugen durstig ein das heiße Weh. Ich such im Schnee vergebens nach ihrer Tritte Spur, wo sie an meinem Arme durchstrich die grüne Flur. Und dringt doch aus der Quelle der Brust so glühend heiß,als wolltet ihr zerschmelzen des ganzen Winters Eis. Fliegt der Schnee mir ins Gesicht, schüttl ich ihn herunter. Wenn mein Herz im Busen spricht, sing ich hell und munter.« Wahrhaftig: Schuberts Winterreise ist ein Liederzyklus über das gefrorene Wasser als Naturelement und Metapher.

22:00 | Wagenhallen | Inselklagen | Stuttgarter Kammerorchester 69

Stuttgarter Kammerorchester

Das vorletzte Konzert mit Werken des Artist in Residence, Tan Dun, bietet die deutsche Erstaufführung seiner Symphony for Strings. Auch Qigang Chen ist ein Komponist, der in der östlichen wie westlichen Kultur zu Hause ist; seine Wahlheimat ist freilich nicht Amerika, sondern Frankreich; Messiaen benennt er als Vorbild und Einfluss. In der Mitte des Konzerts begegnet uns nochmals das Wasser in musikalischer Form: zwei »Inselmusiken« aus ganz unterschiedlichen Epochen machen dieses erste Konzert des SKO in den Wagenhallen zu einem besonders geistreichen Erlebnis.

Sonntag | 18. September 2011

10:00 | Domkirche Sankt Eberhard | Abschlussgottesdienst 70

Domkirche St. Eberhard

Es ist ein Glücksfall, dass die Domkirche St. Eberhard über zwei ausgezeichnete Orgeln verfügt. So lässt sich das markante französische Repertoire für zwei Orgeln und Chöre hier bestens darstellen. Widors Messe ist ein herrliches Beispiel für den symphonischen, äußerst effektvollen Stil des Komponisten – echte Kathedralmusik.

19:00 | Beethoven-Saal | Abschlusskonzert | Water Passion 71

Water Passion (Foto: Michael Latz)

Im Jahr 2000 feierte die Bachakademie Johann Sebastian Bachs 250. Todestag mit einem großen oratorischen Projekt: Vier Komponisten unterschiedlichster Herkunft wurden beauftragt, je eine Passionsgeschichte der vier Evangelisten zu vertonen. Tan Dun übernahm (als Buddhist!) die Passion nach Matthäus. Für Tan Dun war dieses Werk ein Meilenstein in seiner Karriere, für die Bachakademie das Passionsprojekt ein Glanzpunkt in ihrer Geschichte. Das Musikfest 2011 geht zu Ende mit einer Wiederaufführung dieser außergewöhnlichen Water Passion unter der Leitung des Artist in Residence.