
Christian Lorenz und Helmuth Rilling (Foto hs)
Seien Sie sehr herzlich willkommen liebe Stuttgarter, verehrte Gäste aus nah und fern, liebe Musikfreunde – zum Nacht-Festival!
Die Nacht ist das Schattenreich, die Zeit der Träume, der Ort des Irrealen. Die Nacht ist die Zeit des Schlafes und die Metapher des Todes. Die Nacht ist die Zeit der Liebe, der Leidenschaften und des Wahnsinns. Und die Musik ist sicherlich die Kunst, die der nächtlichen Sphäre am ehesten entspricht. Das MUSIKFESTUTTGART versammelt ein großartiges Spektrum an Nachtmusiken und lädt Sie, verehrtes Publikum, herzlich ein, sich dem Ungefähr romantischer Empfindung ebenso hinzugeben wie der Klarheit nächtlicher Erkenntnis.
Wir offerieren Ihnen mit dem vorliegenden Programm eine spannende, vielfältige – ja: unerschöpfliche – musikalische Reise durch die Nacht. Als Motto kann dafür der Titel ›Nachtbus‹ stehen, einer »Orgeloper«, die als eine von insgesamt drei Auftragskompositionen der Internationalen Bachakademie im Musikfest ihre Uraufführung erleben wird. Lassen Sie sich begeistern für einige Stationen auf dieser nächtlichen Reise! Der ganze Kreis der Themen zur Nacht wird mit dem ersten Konzert des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR schon mal ausgeschritten. In einem echten Eröffnungsfestkonzert mit großbesetzter Orchestermusik, ausladender Dauer und adäquater Kulinarik: So möchten wir mit Ihnen das Fest zur Nacht beginnen. Auf den Tag folgt die Nacht, auf das Licht das Dunkel. Das MUSIKFESTUTTGART 2010 entwirft die Gegenwelt zum Licht-Festival des Jahres 2009. Wir treffen nicht nur die famose Christiane Iven, sondern im weiteren Verlauf auch unsere vielen anderen Stuttgarter Freunde aus den Orchestern und Chören. Wir begegnen Gästen mit glanzvollen Namen: Riccardo Chailly, Mischa Maisky, Klaus Maria Brandauer werden da sein, Annette Dasch, Michael Schade und Herbert Schuch. Spuren des Nächtlichen lassen sich erkunden im Symposium, in den Musikfest Cafés und bei den Museumsführungen. Die geistliche Dimension eröffnen die festlich-musikalischen Gottesdienste.
Verschlungene Pfade oder erleuchtete Wege durch die Nacht bieten die vier großen Schwerpunkte:
/// Zum Schumann-Jahr (1810-1856) sind alle großen Oratorien des Romantikers zu hören, Höhepunkt und Abschluss bildet sein Riesenwerk zu Goethes »Faust« mit zehn Solisten!
/// Eine Reihe von Bach-Nächten präsentiert die großen Solowerke und Kammermusiken des Meisters.
/// Im Vesper-Projekt wird Helmuth Rilling mit den Ensembles der Bachakademie eines seiner Lieblingswerke aufführen: die Marienvesper von Monteverdi, die ihren 400sten Geburtstag feiert und beim MUSIKFESTUTTGART einer ebenso schönen und ebenso alten Vesper von Alessandro Grandi gegenübergestellt wird.
/// Ein herausragender Künstler wird als Artist in Residence dem MUSIKFESTUTTGART ganz besonderen Klang verleihen: Vittorio Ghielmi, dessen Meisterschaft als vielseitiger Gambist (mit Ensemble) und Dirigent (mit Uri Caine) zu bewundern sein wird.
Die nächtliche Reise führt wieder an vielfältige Aufführungsorte unserer Stadt. Von den traditionellen Musikzentren Liederhalleund Stiftskirche und unseren eingeführten Konzertorten ausgehend, werden diesmal unter anderem neu dabei sein: Das Römerkastell, das BIX, das Kulturwerk, die Kirche St. Elisabeth und die Grabkapelle auf dem Württemberg sowie die zauberhafte Petruskirche in Obertürkheim.
Das MUSIKFESTUTTGART ist ein Metropolenfestival für die ganze Stadt. Es ist seriös und poetisch, experimentell und traditionsreich. Genießen Sie es, und machen Sie unser Programm zu Ihrem ganz persönlichen Nachtfest!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Herzlichst
Ihr
Christian Lorenz
Intendant der Internationalen Bachakademie Stuttgart