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Musikfest Stuttgart

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Liebe und Wahnsinn

Liebe und Wahnsinn

Nicht von ungefähr nennt man den Wahnsinn Umnachtung – er ist ein Zustand, in dem nichts mehr klar und nüchtern erkennbar ist. Kein Wunder also, dass Liebe und Wahnsinn ein Begriffspaar bilden.

Von der Liebe wird in der letzten Woche viel die Rede sein: Zsigmond Szathmáry bringt Franz Liszts Orpheus-Dichtung auf die Orgel der Marienkirche, der berühmten Ménage à trois von Johannes Brahms, Robert und Clara Schumann setzt das Enigma Trio ein Denkmal, Léon Berben macht mit Johann Kuhnaus Biblischer Sonate Jacobs Heyrat bekannt. Auch von Schumanns Umnachtung wird die Rede sein: Gregor Hübner hat im Auftrag der Bachakademie ein De profundis für Schumann geschrieben, Peter Härtling liest aus seinem Roman Schumanns Schatten, und ein Musikfest-Café widmet sich der Frage, was wahnsinnig ist und was normal. Dass sich etwa Alexander Skrjabin am Ende seines Lebens für einen Messias hielt und eine Sonate mit dem Titel Messe noire verfasste – was ist davon zu halten? Red Priest jedenfalls ist kein normales Ensemble für Alte Musik, sondern eines, dessen enorme Virtuosität immer auch im Dienste des Skurrilen und Unerwarteten steht: Ihr Programm Night‘s Fancies and Follies legt davon Zeugnis ab.

Mittwoch, 15. September bis Sonntag, 19. September