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Musikfest Stuttgart

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Schlafes Bruder

Schlafes Bruder

Der Tod ist der Bruder des Schlafes, man hat auch gesagt: Er ist die ewige Nacht.

Die morbiden Texte Nikolaus Lenaus, die dem Notturno Othmar Schoecks zugrunde liegen, reden vom milden Sterben. Das Quartet New Generation erinnert an die Sterblichkeit des Fleisches und die Flüchtigkeit des Lebens(In Vain), das Rilke Ensemble besingt den Tod auf skandinavische Art. Der drastischen Vanitas-Botschaft der Totentänze widmet sich ein Musikfestcafé, Mussorgskis Lieder und Tänze des Todes folgen im Programm des Münchner Kammerorchesters am Tag darauf. Zu den Musiken des Todes gehören die Passionsmusiken: Dieterich Buxtehudes Kantatenzyklus Membra Jesu nostri besingt den Körper des am Kreuze hängenden Christus, Uri Caines Lamentations (ein Auftragswerk der Bachakademie) verwenden den Text der in der Karwoche gesungenen Klagelieder Jeremias. Robert Schumanns Oratorium Das Paradies und die Peri setzt hierzu einen reizvollen Kontrapunkt: In diesem Märchen versucht die Peri (eine Fee), Kind eines gefallenen Engels und einer Sterblichen, Zutritt zum Paradies zu erlangen. Jim Jarmuschs Episodenfilm Night on Earth erzählt von schlaflosen Großstädtern, Aulis Sallinens Chamber Music III von einer nächtlichen Sauftour durch Helsinki. Wer schließlich der Erzählung eines Mörders lauschen möchte, dem empfehlen wir Eine grauenvolle Nacht, die Lesung mit Henning Westphal.

Mittwoch, 8. September bis Dienstag, 14. September