
Nicht wenige halten Haydns 1798 komponierte Nelson-Messe für seine schönste; einige meinen gar, es handele sich um eine der schönsten Messkompositionen überhaupt: kraftvoll, dunkel und feierlich. Entstanden ist die Messe in Bedrängnis (»in angustiis«) zur Zeit der napoleonischen Kriege.

»Eng an den Großvater gedrängt saßen die beiden Kinder auf der Bank vor dem Haus und sangen leise mit. Wie schön erstrahlten die Sterne hier in den Bergen, wo kein anderes Licht den Nachthimmel erhellte, wie warm klang des Großvaters Stimme und wie schön stieg wirklich der Mond über den Rand der Berge…« So beginnt eine Erzählung, die Kinder und Erwachsene, Große und Kleine in die Welt der Lieder entführen will.

Nicht erklären wollen wir in diesem Kinder- und Familienkonzert, sondern einfühlsam in die Stimmung der Lieder führen, den Klängen der Lieder nachhören und so eine Empfindsamkeit für das Lied wach rufen. LiedKunst KunstLied macht nun schon im vierten Jahr Kinder-Familienkonzerte in dieser Art und freut sich über den großen Erfolg, den dieses Projekt bisher hatte. Passend zum Thema des Musikfestes werden "Liedermärchen – Märchenlieder der Nacht" mit Liedern romantischer Komponisten wie Franz Schubert, Robert Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johannes Brahms u.a. aufgeführt.

Noch nie zuvor hat Helmuth Rilling Robert Schumanns Szenen aus Goethes »Faust« dirigiert. Für das Abschlusskonzert des Musikfests hat er sich Schumanns vielleicht wichtigstes, auf jeden Fall experimentellstes Werk, das weder Oper noch Oratorium ist, erstmals vorgenommen. Faust und Gretchen, Fausts Tod und Verklärung – das ist ein Thema, das wie gemacht ist für ein Festival, welches sich der Nacht gewidmet hat.