
Léon Berben, ausgezeichnet mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik, darf als einer der führenden Köpfe der jüngeren Generation der »Alten Musik«-Szene gelten. Sein Repertoire umfasst Clavierwerke zwischen 1550 und 1770, wobei sein Hauptinteresse der deutschen Musik, den Virginalisten und Jan Pieterszoon Sweelinck gilt. Auf den historischen Instrumenten des Fruchtkastens bietet der Cembalist, inspiriert vom Thema des Musikfests, ein Programm über die Liebe, den Wahnsinn, die Träume und den Schmerz.

Vor dreißig Jahren wurde der »Preis der deutschen Schallplattenkritik« ins Leben gerufen: ein Verein unabhängiger Journalisten, der sich einer von kommerziellen Interessen unabhängigen Schallplattenkritik verpflichtet sah und sieht. Aus Anlass dieses Jubiläums diskutieren vier namhafte Kritiker und Jurymitglieder über die verschiedenen Aufnahmen der Szenen aus Goethes »Faust« von Robert Schumann – zugleich eine gründliche und geistreiche Einführung in das Werk, das den Abschluss des Musikfests bildet.

Vor Red Priest muss man sich in acht nehmen; denn das Virtuosenquartett musiziert nicht nur atemberaubend rasant, es verkleidet sich auch, verdunkelt den Saal, erschreckt seine Zuhörer und bringt sie zum Lachen. Das Ergebnis ist ein neubarockes Spektakel von einiger Üppigkeit mit La notte von Antonio Vivaldi, Arcangelo Corellis Concerto per la notte di Natale und Werken von Jakob van Eyck, Henry Purcell, François Couperin, Johann Sebastian Bach und: Red Priest.

»Wenn Klassikhörer mich anklagen, ich würde Johann Sebastian Bach zu romantisch spielen, empfinde ich das als großes Lob. Bach war der größte Romantiker seiner Zeit und zwar auf vielen verschiedenen Ebenen … Ich teile letztlich die Ansicht Wladimir Horowitz’, dass Musik per se romantisch ist.« (Mischa Maisky in der Wochenzeitung »Die Zeit«).

Ein Stück Stuttgarter Vergangenheit läßt sich in der Ausgrabung unter dem Alten Schloss entdecken, ein Blick in längst vergangene Jahrhunderte wagen. Zu nächtlicher Stunde kann man die faszinierende Glassammlung in den mächtigen Gewölben und andere Schätze des Landesmuseums Württemberg bestaunen.