
Dies ist ein Nacht-Programm, wie es typischer nicht sein könnte für Zsigmond Szathmáry: weil es kosmopolitisch ist und raffiniert Älteres mit zeitgenössischem Repertoire verbindet. Szathmáry, Mitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften und Künste, ist Dozent bei der Sommerakademie für Organisten in Haarlem (Holland) und unterrichtet in den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Die restaurierte Orgel der Kirche Sankt Maria ist nach dem Instrument der Stiftskirche die zweitgrößte in Stuttgart.

Was ist normal, was wahnsinnig? Die Frage ist keineswegs eindeutig zu beantworten, nicht historisch, nicht juristisch und nicht medizinisch. Der Rechtshistoriker Rainer Maria Kiesow und der Psychiater Elmar Etzersdorfer werden erörtern, was am Wahnsinn Wahrnehmungssache ist.

»Schumanns Umnachtung« ist ein kompositorisches Experiment. Schumanns Missa sacra und Gregor Hübners De profundis sind miteinander verwoben und werden durch Zwischenmusiken und Improvisationen miteinander verbunden. Diese Zwischenmusiken untermalen gesprochene Texte aus den letzten Briefen von Clara Schumann und anderen. »Schumanns Umnachtung« ist als Gesamtwerk konzipiert und beschreibt die letzten beiden Jahre in Schumanns Leben.

Fünfundzwanzig Jahre sind seit der legendären Einspielung der sechs Solo-Suiten Johann Sebastian Bachs durch Mischa Maisky vergangen, zehn Jahre seit Maiskys Bach-Marathon in Zürich, bei dem er alle Bachschen Cellowerke an einem Tag aufführte. In Stuttgart kehrt der Romantiker unter den Cellisten nun zu den sechs Solo-Suiten zurück und wirft einen neuen Blick auf ein Repertoire, das ihm wie vielleicht kein zweites am Herzen liegt.