
Die Hannover Harmonists lieben es, mit den unterschiedlichen Genres zu spielen, denn sie fühlen sich in allen Bereichen der Vokal- und a-cappella-Musik zu Hause, von klassischer Ensemblemusik über Madrigale, britische und deutsche Volkslieder und Traditionals bis hin zu Klassikern, Evergreens und Popmusik- Hits der letzten achtzig Jahre. Dementsprechend besingen sie in Stuttgart das Ende der Nacht: Die Missa la bataille von Clément Janequin (1485-1558) erklingt im Wechsel mit Morgenliedern von Johannes Petzold, Mendelssohn und Reger, und am Ende heißt es: »Oh happy day«!

Diese Führung durch die Sammlung der Staatsgalerie handelt von den Träumen der biblischen Heilsgeschichte, der Todesnacht auf Golgatha mit den schlafenden Wächtern an Jesu Grab, sie handelt von Goyas Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer und dem Schlaf der Surrealisten, von Danneckers Freundschaft mit Schlafes Bruder und von Anselm Kiefers Lilith, die mit den Dämonen der Nacht zur Todesfuge Celans wird. Gezeigt werden unter anderem Werke des Antwerpener Meisters und von Jerg Rathgebs, Francisco de Goyas Desastres de la guerra sowie Anselm Kiefers Lilith.

Die Zaubernacht ist Weills erste Theaterkomposition; sie wurde 1922 in Berlin uraufgeführt, das Aufführungsmaterial galt jahrzehntelang als verschollen. 2005 wurde in einem Keller der Yale Universität das originale Berliner Aufführungsmaterial wiederentdeckt. Die Bachakademie konnte sich die Rechte für die weltweite erste Aufführung seit 1922 sichern und bringt das Werk zusammen mit dem Tanztheater Nina Kurzeja auf die Bühne des Theaterhauses.

Weill komponierte diese überaus charmante Pantomime für Kinder und Erwachsene im Sommer 1922 als Meisterschüler in Ferruccio Busonis Kompositionsklasse an der Preußischen Akademie der Künste. Das knapp einstündige Werk ist phantasievoll instrumentiert für ein neunköpfiges Ensemble bestehend aus Flöte, Fagott, Schlagwerk, Klavier und fünf Streichern.

Das Stück basiert auf einem Szenarium des russischen Theaterimpresarios und Dichters Wladimir Boritsch und handelt von einem Geschwisterpaar, das um Mitternacht von einer Fee verzaubert wird, die mit ihrem Lied alle Spielzeuge zum Leben erweckt. Damit beginnt ein temporeiches nächtliches Abenteuer.

Der Klarinettist und Komponist Michael Riessler gilt manchen als Deutschlands derzeit aufregendster Jazzmusiker. Er bewegt sich stilsicher zwischen den musikalischen Lagern und interessiert sich für die Verbindungen zwischen Improvisation und zeitgenössischer Klassik, Sprache und Klang, Musik und Tanz. Sein Partner ist diesmal der Schweizer SchriIsteller Urs Widmer, der unter anderem mit den Erzählungen Das Buch des Vaters und Der Geliebte der Mutter bekannt wurde. Er liest aus seinem Buch der Albträume.