
Nachts bekommt die Musik einen anderen Klang. Sie erzeugt unter freiem Himmel eine besondere Festlichkeit. Im Dunkeln verzaubert sie Liebende und treibt Ängstliche in den Wahnsinn. Komponisten sind fasziniert von einer Musik, die das Dunkel beschwört oder im völligen Dunkeln zu spielen ist. In Malerei und Dichtung spielt die nächtliche Musik ihre je eigene Rolle.

Die Bachnächte des Musikfests beginnen mit einem Doppelschlag: Isabelle Faust, eine der gefragtesten Geigerinnen der Gegenwart, interpretiert an zwei aufeinanderfolgenden Abenden Bachs »Sei Solo«. In der kontemplativen Aura der neugotischen Johanneskirche können die sechs Sonaten und Partiten zu einer intensiven spirituellen Erfahrung werden.