In kleinen Gruppen beriet man sich nach einer jeden Brunnenmusik, wie am besten zum Brunnen des Folgetages zu gelangen sei: Manch ein(e) Besucher(in) mag auf diese Weise alle 15 Brunnenmusiken miterlebt haben. Was als eine Reihe musikalisch aparter Episoden zum Thema Wasser gedacht war, entpuppte sich rasch als Erfolgsmodell der Musikfest-Mittage – Mit einem solch enormen Zuspruch hatten wir wirklich nicht gerechnet. Dank kluger Auswahl an hochinteressanten kleinen Stücken der »klassischen« und jüngsten Moderne, dank meisterlicher und leidenschaftlicher Interpretation durch die Ensembles und nicht zuletzt dank prägnanter Brunnen-Geschichtchen durch den Kunsthistoriker Michael Wenger wurde aber auch jedes der Brünnele-Ständchen zum feinen Musikfest-Ereignis.
Ein kleiner Querschnitt aus den 15 Brunnenmusiken der drei Musikfest-Wochen. In jeder Woche gestaltete jeweils ein anderes Ensemble die Ständchen; jedes zählt in seinem Fach zu den besten. Das schwedische Ensemble »the peärls before swïne experience« macht seinem Namen alle Ehre, indem es Neue Musik an Orte bringt, wo sie sonst nicht erklingt. Die Konzerte der vier exzellenten Musiker verstehen sich als eine Form der Unterhaltung, die einen bleibenden und substantiellen Eindruck hinterlässt. Die Musiker des »ensemble ascolta« begaben sich in der zweiten Woche gemeinsam mit Freunden auf die Suche nach einer Korrespondenz von Brunnenatmosphäre mit ihren solistischen Darbietungen und Literatur für aparte Duo-Besetzungen. Die Ständchen der Neuen Vocalsolisten Stuttgart (in Zusammenarbeit mit Musik der Jahrhunderte e. V.) erweckten in unterschiedlichen Besetzungen die steinernen Brunnenfiguren zu neuem Leben.
Fotos: Holger Schneider, Thea Stietz
Die einzige Brunnenmusik, bei der das Wasser in so großer Menge von oben kam, dass Instrumente und Publikum doch besser im Trockenen aufgehoben waren, war just diejenige am Gänsepeter-Brunnen direkt bei der Bachakademie. So konnte man die Musik schnell in die Belletage unseres Hauses verlegen, was letztlich für eine ganz besonders intensive Atmosphäre sorgte.