
Gesprächskonzerte gehören zu den starken Traditionen der Bachakademie – und in der besonderen Form des Familienkonzertes haben sie in den letzten Jahren ein neues Publikum gefunden. Drei Gattungen klassisch-romantischer Orchestermusik werden diesmal vorgestellt: Instrumentalkonzert, Symphonie und Symphonische Dichtung. Die Moderation ist informativ und abwechslungsreich mit Einblicken in die Arbeitsweise eines großen Orchesters … und Kinder wie Eltern werden sich mit dem jugendlichen Klaviervirtuosen auf Anhieb identifizieren!

In den Sieben letzten Worten Christi am Kreuze – zusammengetragen aus den vier Evangelien, verdichtet sich die irdische Jesus-Existenz aufs äußerste. Welche Wirkungen dieses Vermächtnis in der Musik wie in der Kunstgeschichte gezeigt hat, darüber wird in diesem letzten MusikfestCafé gesprochen werden.

Die Uraufführung der »Sieben letzten Worte« in der Kathedrale von Cadíz kann man sich nicht theatralisch genug vorstellen: »Man überzog an dem bestimmten Tage die Wände, Fenster und Pfeiler der Kirche mit schwarzem Tuche, und nur eine in der Mitte hängende Lampe von großem Umfange erleuchtete das heilige Dunkel. Nach einem zweckmäßigen Vorspiele bestieg der Bischof die Kanzel, sprach eines der sieben Worte aus, und stellte eine Betrachtung darüber an. Sobald sie geendiget war, stieg er von der Kanzel herab, und fiel kniend vor dem Altar nieder. Die Musik füllte diese Pause aus.« So ging es mit den anderen Worten fort, und so überliefert es Haydn-Biograph Griesinger. Schönbergs zweites Streichquartett lässt sich in subtile Beziehung zu Haydns Werk setzen; denn Stefan Georges »Litanei«, die Schönberg im dritten Satz vertont, hebt an mit den Worten: »Tief ist die Trauer, die mich umdüstert, ein tret ich wieder, Herr! in dein Haus…« Mit der Sopranistin Ruth Ziesak und dem Auryn Quartett konnten wir eine internationale Spitzenbesetzung für dieses Programm gewinnen.

Das junge, aufstrebende französische Trio Atanassov widmet sich ein zweites Mal den Sieben letzten Worten: Der britische Komponist Ian Wilson ließ sich 1995 von Haydns Zyklus zu einem Klaviertrio inspirieren, über das er schrieb: »The Seven Last Words rafft im Gegensatz zu Haydns Werk die biblischen Passagen und lässt sich als eine sowohl emotionale als auch spirituelle Reise verstehen. Sie ist in lediglich einem Satz dargestellt. Während die Sieben 'Worte' jeweils auf bestimmte Teile des Stücks Bezug nehmen und diese inspirieren, stellen sie im Grunde genommen lediglich den Anfang eines Gefühls oder einer Bedeutung dar.« Messiaens berühmtes Quartett beschließt einen Konzertabend, der sich mit Tod und Ewigkeit auseinandersetzte. Es soll hinfort keine Zeit mehr sein…