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Backakademie Stuttgart

Musikfest Stuttgart 2012

Mittwoch | 05. September 2012

13:00 | Stiftskirche | Gesprächskonzert | Glaubenskantaten II 25

Helmuth Rilling (Foto hs)

Gottvertrauen ist das Thema der Bach-Kantate 109, der zweiten in der Reihe der Gesprächskonzerte mit Helmuth Rilling. Angst ist ein schlechter Ratgeber des Glaubens: »Wie zweifelhaftig ist mein Hoffen, wie wanket mein geängstigt Herz! Des Glaubens Docht glimmt kaum hervor, es bricht dies fast zerstoßne Rohr, die Furcht macht stetig neuen Schmerz.« Mut aber bringt Glaubenserfüllung: »O fasse dich, du zweifelhafter Mut, weil Jesus itzt noch Wunder tut! Die Glaubensaugen werden schauen das Heil des Herrn.«

15:00 | Christuskirche auf der Gänsheide | Glockenmusik

Christuskirche (Foto hs)

Stuttgart ist ungewöhnlich reich an besonders klangschönen historischen und modernen Glocken. Glocken prägen den Klang einer Stadtlandschaft und bilden deren Klangsilhouette – Grund genug für das Musikfest Stuttgart, sich ihrer anzunehmen. Der Glockensachverständige Jens Harnisch wird ausgewählte Geläute vorstellen. Mit diesen Glockenkonzerten lässt sich Stuttgart wunderbar musikalisch erobern.

19:00 | Mozart-Saal | Bach auf Tasten III 26

Angela Hewitt (Foto: Eric Richmond)

Es gibt eine große Tradition, Bachs Musik für Tasteninstrumente auf dem modernen Konzertflügel zu spielen – man denke nur an Dinu Lipatti und Glenn Gould. Eine fast ebenso große Tradition bilden die Bearbeitungen Bachscher Musik für das Klavier. Neben Ferrucio Busoni ist hier auch Wilhelm Kempff zu nennen. An beide Traditionen erinnert Angela Hewitt in diesem Konzert. Ihr 2005 nach elf Jahren abgeschlossenes Projekt, alle großen Klavierwerke von Bach einzuspielen, wurde als »einer der diskographischen Triumphe unserer Zeit« (The Sunday Times) beschrieben und brachte ihr den Ehrentitel »die überragende Bach-Interpretin unserer Zeit« (The Guardian) ein.

19:00 | Theaterhaus | T4 | Körperklang 27

Tanztheater Katja Erdmann-Rajski (Foto: Jo Grabowski)

Tanz und Gesang verwenden dasselbe Instrument – den Körper. Mit ihrem Tanz(lab)Oratorium erkundet die Stuttgarter Choreographin Katja Erdmann-Rajski im Körper die tanzende Stimme. Und sie zeigt beeindruckend auf, wie die Bachschen Stimmen in seinen Kantaten und Motetten nach szenisch-tänzerischem Ausdruck verlangen. Es ist eine Suche nach dem Cantus firmus unserer Zeit, der Stimme der Ordnung. Am Ende meint man nur noch dem Körper zuzuhören, der durchdrungen ist von Musik.

22:00 | Renitenztheater | Das achte Gebot 28

Linus Roth (Foto: Agentur)

»Du sollst nicht falsches Zeugnis reden« – der berühmte Geigenvirtuose Fritz Kreisler nahm es mit diesem Gebot nicht allzu ernst. Denn jahrelang foppte er Publikum und Musikkritik mit Werken für Violine und Klavier, die angeblich von Arcangelo Corelli, Luigi Boccherini, Padre Martini, Louis Couperin, Wilhelm Friedemann Bach und anderen stammen sollten. Erst 1935 bekannte er, dass diese Stücke, die er in der Sammlung »Klassische Manuskripte« vereinigte, allesamt aus seiner Feder stammten, und sorgte damit für einen kleinen Skandal. Das erfolgreiche Duo Roth/Gallardo, das jüngst mit einer beeindruckenden Schumann-CD Aufsehen erregte, wird von Henning Westphal begleitet, der kleine, aber feine Texte zum Thema »Falschaussage« rezitiert.